Das eigene Ego kann schon ganz schön anstrengend und fehlgeleitet sein. Gerne steht es einem im Weg und verhindert das Erreichen der persönlichen und/oder unternehmerischen Ziele oder verzögert dies zumindest.

Zeit- und Energieverlust durch Füttern des eigenen Egos

Viele unter uns werden diese Falle kennen. Die eigene Vorstellung oder Sichtweise ist so dermaßen gut (oder man ist einfach zu 100% davon überzeugt), dass andere Meinungen, Ideen und Vorschläge oft nicht in Erwägung gezogen werden.

So wird ein Rat hier, ein Verbesserungsvorschlag da, einfach ohne Beachtung von vornherein ausgeschlossen. Natürlich ist es nicht ratsam, jedem alles recht machen zu wollen, schließlich möchte man die persönliche Note in seinem Projekt beibehalten. Wer jedoch von Menschen annimmt, die in dieser Situation bereits waren, oder Erfahrung auf demselben Gebiet haben, kann unheimlich davon profitieren und seinen Horizont massiv erweitern. Das kann doch nur intelligent sein?

Wer hingegen auf seiner Meinung beharrt, jeden Fehler unbedingt selbst begehen muss, der verschwendet unnötige Zeit und liefert auch nicht das erhoffte Ergebnis. Im schlimmsten Fall war die eingesetzte Energie umsonst und hätte besser investiert werden können.

Erkenntnisgewinn sollte im Vordergrund stehen

Zugegeben, es ist schwierig und ich ertappe mich auch selbst manchmal dabei. Da hat man etwas (möglicherweise) Tolles erreicht und erzählt anderen Menschen davon, oder zeigt bereits Vorhandenes. Das kann man aus unterschiedlichen Gründen tun:

  • Man möchte ihre ehrliche Meinung erfahren und freut sich über tolle Verbesserungsvorschläge oder Aspekte, die man selbst noch nicht betrachtet hat. Man lässt sie zu und fordert sie vielleicht sogar aktiv ein.
  • Man möchte einen „Schulterklopfer“ erhalten, also eine Bestätigung. Ein „Das hast du ganz toll gemacht!“, ein Lob.

In ersterem Fall entsteht oft ein konstruktives Gespräch, das für alle Beteiligten in einem Erkenntnisgewinn endet. Der zweite Grund sorgt letzten Endes sehr oft dafür, dass dem Fragesteller bald niemand mehr Feedback gibt. Ein schnell dahingesagtes und oftmals schnell dahingesagtes Lob ist alles, was kommuniziert wird. Hauptsache, das Thema ist schnell erledigt. Der Grund dafür liegt darin, dass der „Empfänger“ merkt, ob es hier um Leidenschaft oder um eine Befriedigung des Egos geht.

Es ist nicht schwer zu erkennen, welche Variante die bessere ist. Wem dieser Gedankengang zu wenig ist, der sei beispielsweise auf die Biographie von Arnold Schwarzenegger verwiesen. Diese zeigt eindrucksvoll, was ein „einfacher Landbub“ mit Neugier, Lernwillen und vor allem Offenheit erreichen kann.

Demut steht jedem gut

Viel zu schnell wird über andere Köpfe hin entschieden, die eigene Meinung über die der anderen gestellt oder gar Kollegen und Freunde bloßgestellt, ganz egal ob bewusst oder nicht.

Damit entwickelt sich eine feindliche Kultur, die nur ein Gegeneinander kennt. Ein Gegeneinander kann niemals fruchtbar sein, im Endeffekt verlieren alle. Mit ein wenig (mehr) Demut wäre das tägliche Miteinander für alle Beteiligten nicht nur viel angenehmer, sondern auch fruchtbarer.

Sich selbst nicht ganz so wichtig zu nehmen ist dafür essenziell. Zu gerne drängt man sich und seine Meinung in den Vordergrund und verhindert dadurch eine weit bessere Lösung. Zielführender ist doch die Sammlung aller vorhandenen Meinungen, ein Einsammeln des zur Verfügung stehenden Know hows um sich daraus eine objektive Meinung zu bilden. So kann die zu diesem Zeitpunkt bestmögliche Lösung für alle entstehen.

Fazit

Im Endeffekt ist jeder Mensch seines Glückes Schmied, mit einigen wenigen „Regeln“ kann man sich das Leben (und das der anderen) um ein Vielfaches erleichtern. Unabhängig wie Erfolg für dich definiert ist, kannst du mit mehr Offenheit, ein wenig mehr Demut und ein erkenntnisgewinnorientiertes Miteinander mit wenig Mühe viel erfolgreicher sein. Und zwar nachhaltig.

Über den Autor

Norbert Eder

Ich bin ein leidenschaftlicher Softwareentwickler und Fotograf. Mein Wissen und meine Gedanken teile ich nicht nur hier im Blog, sondern auch in Fachartikeln und Büchern.

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