Heute habe ich wieder einmal Musik ausgepackt, die ich schon länger nicht mehr gehört habe. Spontan erinnerte ich mich an frühere Konzertbesuche und war überrascht, wie intensiv sich die Erinnerungen ausfühlen.

Es waren hauptsächlich kleine Konzerte, mein Musikgeschmack lag abseits des Mainstreams (das tut er zum Glück immer noch, bin jedoch dahingehend offener geworden). Da waren Konzerte von Subway to Sally, ganz besonders ist mir das Konzert von Nightwish 2000 in positiver Erinnerung. Das war noch ein paar Jahre bevor Nightwish auf MTV gespielt wurde – ein kurzer Hype, aber das Konzert 4 Jahre später, war um Dimensionen größer.

Eines der besten Konzerte überhaupt, war von Tanzwut. Es muss 1998, 1999 gewesen sein, so genau weiß ich es nicht mehr. Mehr als 20 Leute, inklusive Band, waren wohl nicht da, aber der Sänger hat sich ins Zeug (bzw. die „Menschenmenge“) geworfen und richtig Stimmung gemacht. So muss dann wohl eine Privatvorstellung sein. Hautnah dran, quasi schon selbst auf der Bühne (denn die Bühne kam de facto ins Publikum).

Im Gegensatz dazu, habe ich auch richtig große Konzerte erlebt. Depeche Mode, Metallica oder aber AC/DC (mit über 115.000 Besuchern war es das bis dato größte Konzert Österreichs). Keine Frage, diese Konzerte waren gut, aber man sah ihnen an, dass etwas fehlte. Es lag nicht an der Stimmung oder den Besuchern, aber der „Spirit“ fehlte für mich.

Was aber will ich damit sagen?

Als ich damals die Konzerte von unbekannten Bands besuchte (gemessen am Bekanntheitsgrad von Metallica und Co.) war mir in keinster Weise bewusst, wie sehr sie mir alle in Erinnerung bleiben würden und wie stark die damit verbundenen Emotionen sind. Ich bin meinem Herzen gefolgt und habe mich nicht dem Mainstream (dem Marketing) hingegeben. „Belohnt“ wurde ich durch tolle Erlebnisse, viel Spaß und wunderbaren Erinnerungen.

Es war alles viel ehrlicher (wenngleich da natürlich auch Poser dabei waren, keine Frage) und bodenständiger – schließlich konnten nicht alle ausschließlich von der Musik leben (umso mehr warfen sie sich ins Zeug).

Das kann man auch aufs Berufsleben umlegen. Manche suchen sich die Jobs, die mehr Kohle bringen und arbeiten, ohne Herzblut, ohne Glaube an die Sache. Die Erinnerungen auf den höchsten Bonus gerichtet, oder aber ganz anders, auf das, was man erreicht hat. Auf ein tolles Produkt oder Service, auf zufriedene Kunden, die das erhielten, was sie wirklich brauchten – und nicht, was den höchsten Bonus versprach.

Zwar kann man sich im Berufsleben nicht immer alles aussuchen, aber viele haben die Möglichkeit, ihren Beruf selbst zu wählen, zu entscheiden, in welcher Branche sie arbeiten möchten usw. Wem das verwehrt ist, bleibt immer noch die persönliche Einstellung. Mit Freundlichkeit, Humor und Engagement kann vieles überwunden, erschaffen und verbessert werden – und wenn es nur darum geht, es erträglicher zu machen. Es steht und fällt soviel mit dem eigenen Herzblut und den Werten. Es zahlt sich aus, diesen Weg zu gehen, auch wenn er mühevoller ist. Ein Rockstar zu sein, ist sicher geil, aber nicht, wenn man sich dafür verbiegen muss.

Nur Leidenschaft liefert außergewöhnliche Ergebnisse.

Richtig gute Ergebnisse und Leistungen entstehen nur durch ausreichend Leidenschaft für das Thema oder die Sache. Nur dann lassen sich auch andere Menschen und Teams begeistern. Tolles wird ohne Übermengen an Energie erzeugt. Fehlt das, dann ist etwas faul. Mit der Umgebung, mit der eigenen Einstellung oder schlicht mit dem Vorhaben.

Über den Autor

Norbert Eder

Ich bin ein leidenschaftlicher Softwareentwickler und Fotograf. Mein Wissen und meine Gedanken teile ich nicht nur hier im Blog, sondern auch in Fachartikeln und Büchern.