Ich bin dann mal offline: Ein Selbstversuch. Leben ohne Internet und Handy -Zufällig bin ich die Tage auf das Buch von Christoph Koch mit dem Titel Ich bin dann mal offline gestoßen. Auf fast 300 Seiten beschreibt er seinen Selbstversuch einige Wochen ohne Internet und Handy auszukommen. Wohl nicht ganz freiwillig, hatte er doch Probleme mit seinem Internetanschluss nach einem Umzug.

Vorweg möchte ich betonen, dass dies kein Buch für Internet- und Handy-Skeptiker ist, sondern vielmehr ein begeisterter Benutzer dieser Möglichkeiten vollkommen unvoreingenommen berichtet, wie er die Abstinenz überbrückt, mit welchen Schwierigkeiten er zu kämpfen hat und welche “neuen” Möglichkeiten, Gedankenwelten etc. sich ergeben.

Besonders positiv fällt sein Schreibstil auf, der das Buch wirklich flüssig gestaltet. Inhaltlich wird ebenfalls einiges geboten. So werden nicht nur eigene Erlebnisse und Gefühle beschrieben, sondern auch Studien und Interviews behandelt. Der ideale Nährboden für eigene Gedanken.

Ja, wie war es denn früher, als man noch zum Kollegen um die Ecke ging und einfach mal anläutete. Klingelt es heute an der Türe, dann ist es entweder der Paketdienst und liefert die lang ersehnte Amazon-Lieferung, oder es ist “ungebetener” Besuch, der sich eigentlich  anmelden und um einen Termin bitten sollte. 24 Stunden Erreichbarkeit, üble Nachrede, wenn nicht sofort am Telefon abgehoben wird. Terminabsprachen für private Treffen mit der Terminfixierung “Rufen wir uns dann kommenden Montag zusammen und dann machen wir uns Genaueres aus”. Lieber fünf kurze Telefonate um sich mal nicht frühzeitig zu fixieren. Lieber stundenlang auf Facebook surfen um sich über seine “Freunde” zu informieren, anstatt wahre Freundschaften persönlich zu pflegen …

Definitiv. Christoph Koch hat des Pudel’s Kern getroffen. Ich kann all denjenigen, die täglich Internet und Handy benutzen wirklich nur empfehlen, sich dieses Buch zu besorgen, es sich mit einem guten Schluck Wein auf der Couch gemütlich zu machen, zu lesen und den eigenen Gedanken freien Lauf zu lassen.

Über den Autor

Norbert Eder

Ich bin ein leidenschaftlicher Softwareentwickler und Fotograf. Mein Wissen und meine Gedanken teile ich nicht nur hier im Blog, sondern auch in Fachartikeln und Büchern.

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